»Rezeptionsstrategien und Rezeptionsmodalitäten:
Formen der Nutzung, Aneignung und Verarbeitung von Medienangeboten«

 

Tagung der Fachgruppe Rezeptionsforschung in der DGPuK
im Januar 2004 in Salzburg

 
Rückblick:
 
Ob es nun an dem “guten Draht” nach oben lag, den die Salzburger laut den Veranstaltern Ingrid Paus-Hasebrink und Jens Woelke aufgrund ihrer vielen Kirchen haben, oder nicht, jedenfalls zeigte sich die Stadt während der Tagung der Fachgruppe Rezeptionsforschung am 23. und 24. Januar in Schnee und Sonne von ihrer besten Seite. Zum Tagungsthema “Rezeptionsstrategien und Rezeptionsmodalitäten: Formen der Nutzung, Aneignung und Verarbeitung von Medienangeboten” fanden sich rund 50 Teilnehmer ein. Anhand der großen Zahl der Einreichungen war erkennbar, dass zum Thema momentan viel gearbeitet wird. Es wurde jedoch durch die Vorträge auch deutlich, wie uneinheitlich die Begriffe Rezeptionsmodalität und Rezeptionsstrategie (noch?) verwendet werden. Bezeichnet wurden als Rezeptionsmodalität sowohl konkrete rezeptive Phänomene wie zum Beispiel Parasoziale Interaktion (Berit Baeßler), Räumliche Präsenz (Tilo Hartmann, Saskia Böcking, Holger Schramm u.a.) und (Willing) Suspension of Disbelief (Saskia Böcking, Werner Wirth, Christina Risch) als auch übergreifend und allgemein kognitive und emotionale Prozesse, die während der Rezeption stattfinden und mit dieser in Zusammenhang stehen (Helmut Scherer, Eva Baumann, Daniela Schlütz). Auch zum Ende der Tagung herrschte keine Klarheit über diese Konstrukte und leider reichte die Zeit nicht für eine intensivere Diskussion. Deutlich wurde jedoch, dass die Verwendung dieser Begriffe – wie auch bereits Monika Suckfüll in ihrem Eröffnungsvortrag zeigte – bei der Beschäftigung mit Rezeption hilfreich sein können, da so Gemeinsamkeiten und Unterschiede bereits untersuchter Rezeptions-Phänomene besser herausgearbeitet und erklärt werden können. Hier liegt also ein großes Potential für die Rezeptionsforschung und es bleibt zu wünschen, dass weiterhin theoretisch und empirisch an diesem Thema gearbeitet wird.