Nachruf: Mit Manfred Rühl verstarb das letzte Gründungsmitglied der DGPuK

Aus dem Vorstand

Freitag, 21. August 2026. Anfang des Monats verstarb Prof. Dr. Manfred Rühl im Alter von 92 Jahren. Mit ihm verliert die DGPuK nicht nur das letzte Gründungsmitglied der damaligen "Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Zeitungswissenschaft", sondern auch einen herausragenden Wegbereiter und prägenden Kopf unserer Disziplin. Von 1978 bis 1982 gestaltete er die Fachgesellschaft als Vorsitzender beziehungsweise stellvertretender Vorsitzender maßgeblich mit; seit 2004 war er ihr Ehrenmitglied.

 


Nach vielfältigen Stationen in der Praxis übernahm Manfred Rühl 1983 den neu gegründeten Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft an der Universität Bamberg, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999 innehatte. Einen detaillierten Einblick in seinen Werdegang bietet der ausführliche Nachruf seines Bamberger Kollegen Markus Behmer, der hier als PDF abrufbar ist.

Wissenschaftlich hat Rühl das Fach nachhaltig geprägt. Bereits seine Dissertation über „Die Zeitungsredaktion als organisiertes soziales System“ (1969) gilt bis heute als Schlüsselwerk der Kommunikationswissenschaft, dem 1980 die wegweisende Habilitationsschrift zu Journalismus und Gesellschaft folgte. Auch nach seiner Emeritierung blieb er Wissenschaft und Forschung sowie der Fachgesellschaft eng verbunden und verfolgte die Entwicklung des Faches mit wachem Interesse.

Die DGPuK verliert in ihm einen engagierten Vordenker, geschätzten Kollegen und streitbaren Weggefährten, dessen Wirken das Profil unserer Disziplin über Jahrzehnte hinweg nachhaltig bestimmt hat.

Unser herzliches Beileid gilt seinen Hinterbliebenen.
Der geschäftsführende Vorstand der DGPuK