Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft

 

PREISTRÄGERIN DES ERSTEN POLKOM-KICKSTARTER-FUND IST ELISABETH WAGNER-OLFERMANN

Aus den Fachgruppen

Der PolKom-Kickstarter-Fund der Fachgruppe „Kommunikation und Politik“ und des Nachwuchsnetzwerkes politische Kommunikation (www.napoko.de) geht an Elisabeth Wagner-Olfermann vom Institut für Medien und Kommunikationswissenschaft (IfMK) an der Technischen Universität Ilmenau mit ihrem Projekt: „Die mediale Konstruktion politischer Führung in grenzüberschreitenden Krisen“. Wir gratulieren herzlich!


Worum geht es in der geförderten Studie?

 

Grenzüberschreitende Krisen sind eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Ihre geografischen, funktionalen und zeitlichen Konsequenzen übersteigen die Möglichkeiten unilateralen Krisenmanagements und erfordern politische Führung jenseits nationaler Grenzen. Doch solche Krisen zeichnen sich durch ein Autoritätsvakuum aus, sodass politische Führung meist informell ist und durch Interessens- und Identitätskonflikte erschwert wird. Die öffentliche Sichtbarkeit und Wahrnehmung werden damit zu einer wesentlichen Ressource von politischer Führung in grenzüberschreitenden Krisen. Die Studie geht deshalb der Frage nach, wie europäische Medien grenzübergreifende politische Führung während Krisen medial konstruieren und damit auch legitimieren. Dabei trägt sie Erkenntnisse aus der Kommunikations- und Sozialwissenschaft sowie der politischen Leadership-Forschung zusammen und geht theoretisch davon aus, dass wahrnehmbare Führung in einer grenzüberschreitenden Krise aus öffentlich beobachtbaren Prozessen der Verantwortungszuschreibung und -begründung über geografische Grenzen und politische Ebenen hinweg resultiert. Mit Hilfe einer quantitativen Inhaltsanalyse sollen Attributionsaussagen sowie deren Sender und Empfänger wie auch Begründung erfasst werden. Dabei konzentriert sich die Analyse auf die Berichterstattung in vier europäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Großbritannien und Irland) während zwei Krisen (Migrationskrise, Corona-Pandemie). Der Länder- und Krisenvergleich ermöglicht am Ende Aussagen über den Einfluss der Krisenbetroffenheit sowie des Europäisierungsgrads eines Landes und des Politikfeldes auf das Zuschreibungsverhalten und die Sichtbarkeit verschiedener Akteure zu treffen.

 

Wir gratulieren Frau Wagner-Olfermann herzlich!