100 Jahre Kommunikationswissenschaft in Deutschland: Von einem Spezialfach zur Integrationsdisziplin – Rückblick auf die 61. Jahrestagung der DGPuK in Leipzig

 

Mit einer Rekordzahl von 504 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand vom 30. März bis 01. April 2016 die 61. Jahrestagung der DGPuK in Leipzig statt. Dabei standen zwei thematische Schwerpunkte im Fokus:

 

Zum einen ging es – dem Gründungsjubiläum des ersten deutschen „Instituts für Zeitungskunde“ durch Karl Bücher (1916) in Leipzig und damit einem entscheidenden Vorläufer des Faches gedenkend – um die historische Dimension und die entsprechende Reflektion der Fachgeschichte. Die prominent besetzte Festveranstaltung (Grußworte von Hans-Jörg Stiehler, geschäftsführender Direktor des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Universität Leipzig; Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig und Eva-Maria Stange, Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst des Freistaats Sachsen) fand ihren Höhepunkt im Festvortrag von Bernhard Debatin, E.W. Scripps School of Journalism, Ohio University, Athens zum Thema „Der schmale Grat zwischen Anpassung und Integration: Kritische Anmerkungen zum 100-jährigen Jubiläum der deutschen Kommunikationswissenschaft“. Ein Sonderfenster und zahlreiche einzelne Vorträge rahmten die in diesem Jahr sehr prominente historische Debatte.

 

Zum anderen stand die Frage nach den Leistungen der modernen Kommunikationswissenschaft im Raum. Welche Integrationsleistung kann sie erbringen, was sollte sie leisten – in ihrem Kern, in ihrer Breite, mithilfe anderer und für andere Disziplinen, für die Gesellschaft, für die Medienpraxis und -ausbildung? Bereits in der von Wolfgang Schulz (Direktoriumsmitglied des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung an der Universität Hamburg) moderierten eröffnenden Podiumsdiskussion mit Carsten Brosda (Bevollmächtigter des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg für Medien), Karola Wille (ARD-Vorsitzende und Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks), Annekatrin Bock (Nachwuchssprecherin der DGPuK) und Stephan Ruß-Mohl (Universität Lugano, Leiter des European Journalism Observatory) wurde deutlich, dass die Erwartungen an das Fach deutlich divergieren können. In seiner Keynote „Wen oder was integriert die Kommunikationswissenschaft?“ setzte sich Uwe Hasebrink (Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg) ebenso kritisch mit dem Thema der Integrations- und Leistungsfähigkeit auseinander wie das folgende Sonderfenster zur gesellschaftlichen Verantwortung des Faches.

 

Neben diesen beiden zentralen Themen kam aber auch die aktuelle Forschung nicht zu kurz. Insgesamt 99 Einzelvorträge bzw. 17 Poster boten einen Einblick in die aktuelle Forschung. Ein Tagungsband, der Anfang 2017 bei UVK erscheinen wird, wird die wichtigsten Ergebnisse der Tagung zusammenfassen.

 

Herzlichen Dank an dieser Stelle nochmals den Veranstalterinnen und Veranstaltern vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig und allen, die das Event unterstützt und damit zum Gelingen dieser Jubiläumstagung beigetragen haben!

50 Fragen – 50 Antworten – 50 Jahre DGPuK

 

 

Mit einem Klick auf die Grafik öffnet sich die elektronische Version der Broschüre “50 Fragen – 50 Antworten – 50 Jahre DGPuK”. Viel Spass beim Blättern!